28.02.07, 14:18:16
Kurai
geändert von: Kurai - 11.03.08, 22:05:24
Stehlen! das ist der größte Reiz des gesamten Daseins! Etwas zu nehmen, das nicht genommen werden soll, törichten Regeln und Gesetzen ins Gesicht zu lachen! Im Vergleich dazu verblasst alles andere, denn geraubte Früchte schmecken am besten. Was du nicht verstehst ist, dass der Akt des Nehmens das größte aller Geschenke ist.
Ich habe in meinem Herzen keinen Platz für Mitleid, Gefühl oder schönklingende Ideale. Solche Dinge blenden nur das innere Auge und machen die Hand langsam.
Ich bin vor 3 Jahren in diese Stadt gekommen. Erst war ich auf der Suche nach etwas, doch habe ich vergessen, was es war. Ich bin ein Halbwesen. Halb Dämon, halb Mensch. In meinem Leben habe ich nur Verachtung bekommen, weil ich nichts Ganzes bin. Zu schwach, um meine dunkle Seite im Zaum zu halten, tue ich oft Dinge, die ich eigentlich nicht tun will. Ich töte. Und das nur wegen meiner Mutter, denn sie hat mich schwach gemacht….
Vor 18 Wintern wurde ich geboren. Es war für mich der schmerzhafteste Tag seit jeher, denn ich bin als Halbwesen auf die Welt gekommen. Ich war alleine mit meiner Mutter – Kurai. Wir sind jahrelang durch die Welt Eleuyans gezogen, haben unser Essen gestohlen, für unser Gold gemordet. Meine Mutter hat mir niemals Liebe gegeben, sie hat mich jeden Tag etwas mehr gehasst. Weil ich nichts Ganzes bin. Sie hat mich geschlagen, damit ich stärker werde. Hat mich oftmals Tagelang alleine gelassen, damit ich selbstständig werde. Und doch hat sie mir ihren kostbarsten Besitz vermacht – ihr Schwert, das vielen Wesen schon den Tod gebracht hat. Anfangs konnte ich nicht damit umgehen und ich habe noch härtere Strafen aufbekommen. Doch mit der Zeit lernte ich das große und schwere Schwert zu handhaben, meine Kunst zu perfektionieren, auch wenn ich noch ein Kind war. Ich habe meine Mutter all die Jahre aufs Neue gehasst und doch gab es einen Teil in mir, der sie geliebt hat. Das war ihr Blut in mir, denn sie war ja immerhin meine Mutter. Sie musste schon früh herausgefunden haben, dass ich nicht nur äußerlich ein Halbwesen bin, sondern auch innerlich. Meine Seele war sich seit meiner Geburt uneins. Zum einen gab es den Dämon in mir, der immer mehr töten und stehlen wollte. Er war gierig nach Blut, hat es geliebt, wenn ein Wesen unter Qualen schrie, doch es gab auch den Mensch in mir. Er hatte oft Angst, wollte fliehen, wollte nichts von alldem machen, was meine Mutter mir und meinem dunklen Bruder aufgetragen hat. Und doch war eben der Mensch die schwache Seite, das musste ich schon bald einsehen. Mit 7 Wintern hat meine Mutter mich verkauft – an einen Sklavenhändler. Sie hat viel Geld für mich bekommen, denn auch wenn ich schwächlich aussehe, bin ich doch fast doppelt so stark, wie ein normaler Junge in meinem Alter. Ich habe an dem Tag meinen Ehrgeiz, gegen meinen dunklen Bruder zu kämpfen, verloren. Viele Jahre musste ich hart schuften, mir mein Essen selber verdienen und wenn ich versagt habe, hat man mich in einen dunklen Käfig gesperrt und mir nichts zu essen gebracht, damit ich lerne, härter zu kämpfen. Aber man hat mir nie meinen Besitz geraubt. Ich habe stets mein kostbares Schwert bei mir gehabt und ohne meinen dunklen Bruder an meiner Seite wäre ich längst zerbrochen. Mit 11 Wintern hat mein dunkler Bruder es geschafft, uns beiden zur Flucht zu verhelfen. Wir haben einen seltsamen Mann getroffen, der uns unser Sklavenmerkmal genommen hat – das Halsband. Seither sind wir frei.
Viele Winter sind wir durch die Welt gereist, nur wir und der fremde Mann. Ich habe in der Zeit von dem Mann gelernt, meine Magie teilweise zu beherrschen. Aber weil ich eben nur ein Halbwesen bin, habe ich Schwierigkeiten, meine Magie ganz zu kontrollieren. Er hat mir Grundwissen in allen Formen der Magie gegeben, auch wenn ich nur die dunkle Seite der Magie beherrschen kann. Auch hat er mir geholfen meine Perfektion in der Schwerthandhabung zu erweitern. Doch mit 15 Sommern mussten wir uns trennen, als er hinterrücks ermordet wurde und ich dank meines dunklen Bruders wieder fliehen konnte. Dann bin ich nach Mitheldarien gekommen. Der Stadt des Anfangs, der Stadt, wo meine Mutter Jahrzehntelang gelebt hat. Ich bin hierher gekommen, weil der Mann mir aufgetragen hat, etwas zu finden, doch habe ich schon nach kurzer Zeit vergessen was es war. Jetzt lebe ich in dieser Stadt und komme nicht zurecht, denn ich habe nie gelernt, mein Leben nur in einer Stadt zu verbringen und doch kann ich nicht gehen, solange ich den Wunsch des fremden Mannes nicht erfüllt habe.
Alleine bin ich nichts. Nur mein Bruder ist meine Stärke.
Mein Aussehen macht mir oftmals Schwierigkeiten in einer neuen Stadt, denn normale Menschen haben keine Blau/silbernen Haare, keine roten Augen und keine spitzen Zähne.
Ich habe ganz zu Anfang in dieser Stadt einen Mann getroffen, der mich fast besiegte und mir mein Schwert nahm, doch war er dumm genug, den Wert nicht zu erkennen und es an einen belanglosen Händler zu verkaufen. Ich hatte nicht viel bei mir, doch hat es gereicht, um mein Schwert wieder in Besitz zu bekommen. Der Mann, es stellte sich heraus, dass er wohl ein Magus war, hat mich zutiefst gedemütigt und das habe ich ihm bis heute, 3 Jahre danach, nicht verziehen! Irgendwann wird mein Tag kommen, an dem er für diese Schmach bezahlt... Daray Garib!
Vor einigen Monaten kam meine Mutter in diese Stadt und gab mir eine Flöte. Sie war strahlendweiß und seltsam gebogen. Als ich sie berührte, flackerte ein grau/schwarzer Nebel um die Flöte herum auf, der nach wenigen Sekunden wieder verschwand. Meine Mutter gab mir zu verstehen, dass nur ich die Flöte benutzen kann und bei anderen Wesen lediglich dumpfe melodietöne herauskommen. Diese Flöte entfaltet meine Magie auf ungesagte Weise. Ich kann mit ihr direkt in die Herzen der Wesen sehen und sie mit meiner Magie zerstören. Doch ich kann die Flöte noch nicht beherrschen, zu sehr beansprucht sie mich und zu stark sind die Verletzungen, die sie mir selbst zufügt, weil ich noch zu schwach bin. Von nun an bin ich ein Traumspieler, wie meine Mutter mich genannt hat, doch ich bleibe größtenteils lieber bei meinem Schwert als Waffe, denn das kann ich perfekt beherrschen!
Ich traue den Wesen dieser Welt nicht mehr, denn zu oft wurde mir Leid angetan.
..|..Deinem Schicksal kannst du nicht entgehen..|..
..|..aber du kannst ihm mutig entgegentreten, wenn du es willst!..|..
..~..Angst..~..
..Schließt Licht in Dunkelheit..
.. ~..Mut.. ~..
..Ist der Schlüssel..
~Wenn du verlierst, warst du der Mühe nicht wert!~