08.08.07, 19:57:15
Gelara
geändert von: Gelara - 23.12.07, 14:11:45
~ Alisea Arlyn ~
Zwistige Zwillingsseele
Sag mir doch, wie schrecklich
ich bin, statt immer nur zu
geh'n, wohin ich dir nicht
folgen kann.
Nur ein einz'ges mal sprich
aus was du so an mir
hasst. Verjag' mich aber
schweige nicht.
In einer unscheinbaren Nacht erblickte ein Mädchen zusammen mit ihrem einen und ewig einzigen vollwertigen Bruder [Shibby] das Licht der Welt als Resultat einer kuriosen vereinbarten Ehe, die schon vor ihrer Geburt mehrfach gebrochen und schließlich annuliert wurde. So sah und hörte sie von ihrem Erzeuger nichts, und erst sehr spät würde sie beginnen das Wort "Vater" zu verstehen, nie aber dessen wahre Bedeutung.
Ihre Ursprünge standen ihr schon von Kindesbeinen an ins Gesicht geschrieben, versehen mit der erhebenden Ausstrahlung einer Lichtelfe, die selbst Tollerei noch an Eleganz grenzen ließ, und den Augen ihres Vaters, doch die kleine Tragödie, die ihr Leben prägen würde, hatte schon ihren Anfang genommen.
Mitheldarien hatte ein Kind hervorgebracht, das daran war, der Inbegriff der Widersprüchlichkeit zu werden. Auf der einen Seite verwöhnt und verehrt, auf der anderen vernachlässigt und im Stich gelassen; selbstbewusst und unsicher; frei und abhängig; selbstständig und hilflos; verachtend und begehrend. Gepriesen sei das Unverständnis und Frohsinnswesen eines kleinen Mädchens, das sie durch den größten Teil ihrer Jugend unbeschadet führte. Jedoch mit dem Alter, mit der Liebe und den Menschen kamen die Fragen. Die Zweifel. Die Ängste.
Wo eine schützende Mutterhand hätte trösten müssen und stärken, herrschte Einsamkeit. Was eine einfache Antwort erfordert hätte, wird zu unüberwindbaren Problemen. Ihre Anfänge beinahe zu ihrem Ende.
Doch eines Tages, in den Armen eines jungen ambitionierten Schwarzmarkthändlers, Auge in Auge mit dem kältestem Silberglanz eines Dolches, traf sie eine Entscheidung. Ihr Leben hätte dort enden können, aber die Entschlossenheit aufzugeben wurde zu der, weiterzuleben und den Kampf mit sich selbst aufzunehmen. Um diesen Lebensgeist aufrecht zu erhalten, musste sie jedoch einiges verdrängen, das ein Teil ihrer selbst war; Sehnsucht nach Geborgenheit, Sentimentalität, und das Erbe ihrer Mutter Gelara: der Hang zu den Elementen. Worauf Alisea so stolz gewesen war, von dem wollte sie nun nichts mehr wissen. Zu sehr erinnerte sie ihre eigene Begabung immer wieder an ihre Eltern. Von dem Zeitpunkt an war das kleine magische Mädchen verloren, und die eitle junge Dame erschaffen.
Statt über verflossene Väter zu weinen, entzückte sie sich über die Reichtümer des Nächsten, und wenn sie bisher tief ins Unglück stürzte, wenn ihr Herzblatt Wendigo anderen Interessen nachgegangen war, so tat sie es ihm fortan immer wieder gleich, um ihm, aber vor allem sich selbst, zu beweisen, dass sie niemanden brauche und doch haben könne, was sie wolle.
Vor allem unter dem Tyrannenduo Ramius und Clayton machte sie deutlich, wie wenig Skrupel sie hat, Macht für den eigenen persönlichen Vorteil zu gebrauchen. Sie nahm nämlich ein Schmuckstück an sich, das ihr derzeitiger Stiefvater Selor seiner Frau als Siegel der Zugehörigkeit zur Somtaaw'schen Königsfamilie gegeben hat, und brachte Teile des Staatsschatzes nach Mitheldarien, um 'effektivere Verhandlungen' über die Zustände der Stadt zu führen. Leider ohne Erfolg.
Als ihre Mutter nach 17 Jahren wieder in den Wehen lag, und Malcom, dem Vater des Liebsten Aliseas, ein Wunschkind nach dem anderen gebar, vertrieb sie der Neid und das Gefühl, nicht gewollt zu sein aus dem Elternhaus und in die einzige Zuflucht, die sie ersinnen konnte: Zurück zu jenem Händler, der ihr damals sogar den Todeswunsch erfüllt hätte, und damit endgültig statt nur ab und an in die verborgenen, dunklen und verbotenen Gefilde der Stadt. Nur zu dem betrogenen Selor suchte sie weiterhin Kontakt, da sie sich von seinem Status die größte Hilfe in der Not erhoffte.
Bis zum vermeintlichen Tode Malcoms nutzte Alisea ihre Tage und Nächte dazu, mit den Schwarzmarkthändlern engere Kontakte zu knüpfen, sich mit ihren Regeln und ihrer Hierarchie vertraut zu machen. Nach einiger Zeit war sie für eine Frau sehr angesehen und bekannt in den Kreisen, die ihr wichtig geworden waren.
All dieser Einfluss verfiel jedoch mit ihrem gezwungen freiwilligen Hausarrest. Ihre Mutter hatte nämlich begonnen, ihre Pflichten im Haus völlig zu vernachlässigen, und die zwei Vampirskinder Iridion und Elvira immer öfter Aliseas Obhut anvertraut. Durch die zwei einsamen und hilflosen Winzlinge an ihre eigene Erziehung erinnert, brachte sie es nicht übers Herz, sie ebenso im Stich zu lassen. Fortan war sie stets darum bemüht, gut für ihre Halbgeschwister zu sorgen, trotz allem Neid, der bisher vorgeherrscht hatte. Auf Dauer würde sie das aber nicht durchstehen, und so suchte sie schließlich, nach drei Jahren, als ihre Mutter nicht wiederkam und sogar einen Abschiedsbrief hinterließ, nach dem einzigen, den sie für ihr Unglück und ihre verlorene Freiheit verantwortlich machen könnte: Den Vater der Schützlinge; Malcom.
Nach einigen heftigen und aussichtslosen Auseinandersetzungen war er willig, beide Kinder mit seiner neuen Gattin aufzuziehen. Alisea fiel ein Stein vom Herzen, erleichtert und beruhigt, die Kleinen in guten Händen zu wissen, und sich nicht mehr selbst damit belasten zu müssen. Sie würden es nun gewiss leichter haben. Malcoms Angebot, auch ihr selbst wie ein Vater beizustehen, wenn sie ihn brauchte, ließ sie unbeantwortet.
Ohne die Mitleidsfessel der Fürsorge für ihre Geschwister kann sie sich nun entfalten, verrenken, die Flügel brechen und fliegen. Wer weiß, welchen Plan sie ausheckt und welche Ziele sie sich steckt. Sicher ist jedoch, dass eins größenwahnsinniger sein wird als das andere in seiner vollen Pracht.
.~°~.

°~.~°
30.09.07, 16:06:42
Gelara
geändert von: Gelara - 29.10.07, 16:06:41
Von Erkenntnis und Fortschritt
Ihre neugewonnene Freiheit kostete sie in vollen Zügen aus. Nun, nicht mehr an zu versorgende Kleinkinder gebunden, verbrachte sie ihre Nächte beinahe ausschließlich anderswo - mal im Handelsviertel bei Bekannten, mal in andren Villen der Südstadt, in der Taverne oder am See - um der Einsamkeit zu entfliehen, die dem Anwesen ihrer Mutter anhaftete, seit Alisea die einzige Bewohnerin war.
Doch auch dort bekam sie regelmäßig Besuch von unterschiedlichsten Leuten, selten leider solche, die sie wirklich wertschätzte. Ihren Kochkünsten oder der Haushaltsführung widmete sie nicht mehr so viel Aufmerksamkeit, und so wurden die Hinterzimmer des Arlyn Anwesens arg vernachlässigt. Nur die Kammern, die sie selbst nutzte, pflegte sie äußerst fürsorglich; die da wären den Gemeinschafstraum, das große Bad (wobei sie hier Gelaras ausgereiftes magisches Wassersystem nicht zu begreifen vermochte), die Küche, das geräumigste der Schlafzimmer, die Bibliothek und einige Grotten im flachen unterirdischen Teil des Gebäudes (zu denen auch der inzwischen geleerte Weinkeller gehörte).
Dass sich aus ihrer Rückkehr in die Gesellschaft Probleme ergeben würden, ahnte sie nicht. Nach und nach jedoch, je öfter sie ausging, wurde ihr Bang vor sich selbst, da jeder Anflug von Rage derart ausartete, dass beinahe immer jemand Verbrennungen davontrug; und wütend wurde sie nur allzu leicht. Sie hatte gedacht, ihr Ausbruch über Malcoms Unwilligkeit, die Kinder ihrer Mutter an sich zu nehmen, wäre zwar gefährlich, aber einmalig gewesen, doch sie hatte sich getäuscht. Als dann auch noch Selor, die eine und einzige Person ihrer verdrehten paradoxen Weltanschauung, die ihr mehr als nur Nutzen und Vorteil bedeutete, ein Opfer ihrer Ausbrüche wurde, fand sie sich wieder dort, wo sie vor so vielen Jahren begonnen hatte: Sie wollte nicht mehr existieren, wenn sie nichts als Leid über die brachte, die ihr nahe kamen.
Wegbereiter für Selors erfolgreiche Beschwichtigung der unfreiwilligen Pyromanin war ein Halbdämon namens Shaitan, der ihr in ihrer bittersten Stunde die Tränen trocknete und ihr ein paar Worte mit auf den Weg gab. Fortan machte sie es sich zum Ziel, ihre Magie lenken zu lernen, anstatt sie zu verdrängen und damit unkontrollierbar zu machen; nicht nur, um ihren Weg zu Macht und Einfluss ein wenig zu erleichtern, sondern auch weil sie es hasste, etwas nicht unter Kontrolle zu haben, sei es andere, eine übertragene Aufgabe oder sich selbst. Auch war für Alisea klar, von wem sie dieses magische Talent geerbt haben musste: Gelara.
Auf der Suche nach Hinweisen über ihre Mutter und ihr Leben, das sich seit Jahren nicht mehr im Rahmen der kleinen Familie abgespielt hatte, wurde sie zunächst durch den Umstand behindert, das sämtliche Bücher der Stadt nach und nach ihren Inhalt verloren. Glücklicherweise endete dies gerade zur rechten Zeit, als ihr das wohl aufschlussreichste Buch in die Hände fiel: Inscriptio Vitae - Gelara Arlyn; das Journal ihrer Mutter.
Erpicht darauf herauszufinden, wohin ihre Mutter gegangen war, nachdem sie den Abschiedsbrief verfasst hatte, folgte Alisea den Wegweisungen auf den letzten beschriebenen Seiten des Buches bis zu einer Villa im Herzen eines dunklen Gartens. Im Buchumschlag fand sie einen zierlichen Silberschlüssel, der ihr Zutritt zu den alten Gemäuern verschaffte. Kaum hatte sie jedoch einen Fuß ins Haus gesetzt, stieß sie unglücklich gegen das Mobiliar im Flur und stürzte, nichts weiter erhaschend als ein kleines Paket, auf das sie gefallen war. Um nicht umsonst diese Odyssee auf sich genommen zu haben, und in der Eile sich davonzumachen ehe jemand sie entdeckte, nahm sie das Päckchen an sich und floh.
Es stellte sich heraus, dass in dem Bündel zwei Amulette verpackt gewesen waren. Neugierig, ob diese Gegenstände ihr mehr über Vladimir, dessen Villa es laut des Tagebuchs ihrer Mutter gewesen sein müsste, oder Gelaras Verschwinden verraten würden, führte sie die Anhänger aus, zeigte sie mal diesem, mal jenem Schmuckhändler oder Fälscher, ließ sie schätzen und analysieren.
Auf eben einer dieser Nachforschungen sollte sie unverhofft einen großen Schwenk an Informationen erhalten. Es war eine dieser Alisea so verhassten Sturmnächte, und so zog sie am Abend los, um sich für die Nacht ein geselligeres Plätzchen zu suchen als das kalte steinerne Arlyn Manor. Auf dem Marktplatz nun wurde ein Mann, Daray Garib, auf die Amulette aufmerksam, über die sie mit einem der Kunstschmiede sprach. Bei einer Unterhaltung in der Taverne erfuhr sie nun endlich mehr über die Schmuckstücke, jedoch nicht ohne das Versprechen sich bei Gelegenheit ausgiebig zu revanchieren.
Bis auf einige Blessuren ihres Egos war sie im Großen und Ganzen zufrieden mit dem Verlauf des Gesprächs.
20.12.07, 16:50:14
Gelara
geändert von: Gelara - 29.12.07, 15:16:35
Eine nicht ganz unproblematische Überraschung - Schmetterlinge im Bauch?
Durch das von ihrer Mutter abweichende magische Spezialgebiet Feuer veranlasst machte sich Alisea nach allerlei Möglichkeiten und Unmöglichkeiten kundig, etwas über ihren Vater zu erfahren. In der Stadt war er nie sonderlich lang gewesen, und getroffen hatte sie ihn nur ein einziges mal, ohne es zu wissen, und ohne etwas von seiner Herkunft, Rasse oder Begabung zu lernen. Sie entschied sich aufgrund des nahenden Festes Samhain für einen Ableger aus der Nekromantie, obwenn sie dieses Gebietes nicht mächtig war. Das Wagnis in der Nacht von Hallow's Eve erwies sich als gefährliches Spiel mit dem eigenen Schicksal, und anstatt ihr Ziel zu erreichen, wurde sie von den Geistern, die sie rief, angegriffen. In ihrer Verzweiflung schrie sie nach der einzigen Person, die tief in ihr verankert war: ihrer Mutter; und plötzlich brach der Bannkreis, der sich gegen Alisea gewandt hatte, und ihr war eine Flucht möglich, ehe das Ritual seinen Höhepunkt erreichte. Was jedoch daraus resultierte, davon kündete am nächsten Morgen bei Alisea's zögerlicher Rückkehr nichts mehr.. irgendwann vielleicht sollte sie es erfahren. Den Empfehlungen der Schwarzmarkthändler würde sie jedenfalls nicht mehr ganz so unbedacht folgen..
Um an ihrem und Daray's gemeinsamen Anliegen zu arbeiten, verbrachte sie noch mehr Zeit außerhalb des Hauses. Größte Aufmerksamkeit wurde wie gewohnt den männlichen Passanten zuteil, obwohl sie eigentlich nach einer Frau Ausschau hielt. Auf diesen langen Wachen begann sie mit ihrer Magie, die sie nach und nach neu entdeckte, zu spielen. Doch noch zeigte sie keinerlei wirkliche Fortschritte. Über diesen Umstand war sie einmal so frustriert, dass sie nicht auf ihren Weg achtete und von einem schwebenden magischen Relikt – einer Kristallkugel, wie sich bald herausstellte – zu Boden gerissen wurde. So heftig in diesem Moment Missgunst zwischen ihr und dem seltsamerweise sprechenden Gegenstand aufgelodert war, so süß war Alisea's Lächeln, als sie den Besitzer des Flugobjektes erblickte, der sie auflas. Gekränkt wie sie war kam dieser nicht darum sich um ihre erlittenen Verletzungen zu kümmern, und das konnte natürlich nicht auf dem Platze vonstatten gehen; er begleitete sie nach Hause und überwachte ihre Genesung sorgfältig. Doch nicht nur ihre besonders schlimme 'Wunde' umsorgte er – eine stirnseitige Beule – , sondern unbewusst auch ihre Seele. Alisea jedoch, etwas verwirrt durch diese tiefgreifenden Ereignisse, braucht sehr lange, um sich einzugestehen, welche Bedeutung er in dieser kurzen Zeit für sie erlangt hat. Seinen Namen jedoch – Danades – würde sie gewiss nicht mehr vergessen.
Nicht nur um sich selbst eine kleine Auszeit zu gönnen, sondern auch in der naiven gutgläubigen Absicht, Selor damit etwas Gutes zu tun, unternahm sie mit diesem einen Ausflug nach Eratir. Das genaue Ziel ihrer Reise verriet sie ihm jedoch nicht. Den Nachmittag gastierten sie im Freudenhaus. Alisea überließ Selor schließlich der Obhut dreier exotischer Damen und stellte zur ihrer Zufriedenheit fest, dass Selor sich gut gehalten haben musste, denn alle drei waren gänzlich erschöpft, als sie sie wiedertraf. Sie selbst hatte eigentlich vorgehabt ihrem Liebling des Hauses mal wieder die Ehre zu geben, doch etwas hielt sie davon ab, und so ließ sie sich nur massieren.
Der Tag endete jedoch in einem Streit zwischen Alisea und ihrem selbsterwählten Vater. Seine Vorwürfe, sie wisse nicht, was Familie bedeute, trafen sie hart. Von da an ebbte ihr enger Kontakt zu Selor ab und sie wandte sich mehr ihren Aufgaben und Bestrebungen zu, um ihre Macht auszubauen.
Was diese Pläne jedoch anbelangte konnte sie, wie auch mit ihrer Magie, keine wirklichen Fortschritte verzeichnen. Sie hatte zwar mehrere der Zielperson ähnliche Wesen getroffen, doch eben nicht die eine, die sie suchte. Ihr blieb nichts anderes übrig als einfach die Amulette, die sie besaß, so gut es ihr möglich war, zu verwahren. Auch konnte sie die Suche vorerst nicht mehr so intensiv fortsetzen wie zuvor, da ihr Körper öfter und öfter schwächelte. Die Symptome richtig zu deuten vermochte Alisea jedoch nicht. Übelkeit, Müdigkeit, Essgelüste und Gewichtszunahme schob sie guter Dinge einfach einer Grippe zu und begann die Suche nach einem Gegenmittel. Dass sie schwanger sein könnte, kam ihr nicht in den Sinn, bis sie bereits die Hälfte der Tragezeit überstanden hatte und von einer belesenen neuen Freundin [Lúthien] darauf aufmerksam gemacht wurde. Immerhin hatte sie die Schwangerschaften ihrer Mutter nicht miterlebt und auch sonst keine, da ihr Umgang zum größten Teil aus Männern bestand. Über die Vaterschaft herrschte zunächst erst einmal Unklarheit. Was ihre romantischen Bekanntschaften anging, war sie schon immer sehr sprunghaft gewesen. Ein Besuch beim Heiler begrenzte die Auswahl zunächst auf drei Kandidaten innerhalb eines Monats, und schließlich – zu Alisea's großer Erleichterung – auf einen: Danades. Glücklicher hätte es nicht ausgehen können, denn, obwohl sie ihre tiefen Gefühle für ihn immer noch nicht gänzlich anerkannte, er hatte es geschafft, das Herz des jungen Wildfangs für sich zu gewinnen. Ob sie ihm auch wichtig genug sein würde, um ein Kind zu akzeptieren?
Mit dem Kind einer neuen Lieben unterm Herzen muss sich Alisea einem heiklen Problem stellen: ihrer alten. Doch ob es ihr gelingt, all die Irrungen und Wirrungen ihres Liebeslebens zu meistern? Auch Selors Verlust als Vertrauter geht ihr sehr nah, und ihre erste Schwangerschaft wird für sie ein Abenteuer..
12.03.08, 21:20:54
Gelara
geändert von: Gelara - 13.03.08, 21:38:58
Feuer für Daray oder doch Wachs in Wendigo's Händen
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und wer ist eigentlich Danades
?
Da Danades, der Vater ihres Kindes, von einer Reise lange nicht zurückkehrte und sowohl ihre Gefühle für ihn als auch die Belastungen der Schwangerschaft Alisea von ihrer Lieblingsbeschäftigung, den Männern, abhielt, verbrachte sie ihre Zeit damit, alles für die kleine kommende Familienerweiterung vorzubereiten. Am meisten Schwierigkeiten hatte sie damit, das Stricken wieder zu erlernen, das sie seit Iridion und Elvira bei Malcom lebten stark vernachlässigt hatte. Auch dem Lesen widmete sie wieder mehr Zeit, obwohl es ihr nur eine höchst lästige Beschäftigung war, wenn sie absolut nichts anderes zu tun fand. Liebend gerne hätte sie damit begonnen auf Daray's Angebot, sie in den allgemeinen Künsten der Magie zu unterrichten, einzugehen, doch mit einem zarten Wesen in ihrem Leib wäre das zu gefährlich.
Obwohl sie es besser wissen hätte sollen, vermied sie im folgenden jeglichen Kontakt zu Wendigo, um ihm weder ihre Schwangerschaft noch ihre Gefühle für Danades erklären zu müssen. Das Resultat war verheerend. Als die Wehen einsetzten, war Alisea völlig allein im Arlyn Anwesen gewesen. Sofort, sich der Situation nicht vollkommen bewusst, verließ sie das Haus, um nach Danades zu suchen. Natürlich war er nirgends zu finden. Nachdem sie schon eine ganze Weile durch die Straßen geirrt war, wurden die Wehen so stark, dass sie zusammenbrach unter den Anstrengungen. Was sie nicht wusste, aber ihr Glück war: Gelara, die sie versehentlich mit ihrem Samhain Ritual gerufen hatte, war ihr die ganzen letzten Wochen kaum von der Seite gewichen und auch heute gefolgt.
Deshalb war sie auch sofort bei Alisea, als diese auf dem Marktplatz den Boden unter den Füßen verlor. Ebenso hilfsbereit zeigte sich Einhorn, die mit Mutter und Tochter die 19 Stunden der anstehenden Geburt überstand. Bevor die Frauen sich jedoch wieder ins Haus zurückziehen konnten, erschienen Malcom und Wendigo auf dem Platz. Letzterer war wie vom Donner gerührt, konnte sich jedoch nicht viele Gedanken über das Geschehen machen, da sein Vater ihn rasch niederschlug und sich der Sache selbst annahm. Es war das erste Aufeinandertreffen von Gelara und Malcom, seit sie vor einigen Jahren verschwunden war, und gestaltete sich recht feindselig. Alisea erlebte all das ein wenig anders, nämlich durch ein Delirium der Schmerzen und Sorgen hindurch, die sich in Hysterie äußerten. Viele Tage lang wollte sie nicht einmal realisieren, dass ihre Mutter zurück war, so sehr fürchtete und hasste sie sie. Die große Konfrontation blieb einige Tage aus, bis Alisea sich erholt hatte... Es kostete sowohl die Mutter als auch die Tochter viel Kraft und Zankerei, den Standpunkt der anderen zu verstehen und zumindest zu akzeptieren. Zustimmung und Verständnis folgten nach und nach, während man sich wieder besser kennenlernte. Aliseas Kind, ein gesunder Junge, unterstützte den Prozess ein wenig.
Sehnsüchtig wartete Alisea Tag für Tag auf die Rückkehr von Danades, sich zwar immer noch uneins über ihre Gefühle, aber sicher, dass sie ihn unbedingt wiedersehen musste. Dem Kind zuliebe, das gestillt werden musste, wurde Alisea trotz allen Kummers von ihrer Mutter dazu gezwungen sich ausreichend zu ernähren und auszuruhen, spazieren zu gehen und sich wieder unter die Leute zu mischen. Mit der Zeit kam auch Aliseas freiwillige Lust daran wieder zurück, und so war es nicht verwunderlich, dass sie neuen Leuten begegnete; unter anderem Yin und Montsho Kabona, die aber beide nur kurz in ihr Leben traten. Ebenso begab sie sich endlich unter Daray's Fittiche, was ihre magischen Fähigkeiten anbelangte. Dieser stellte ihr Maghnus Wakanda vor, und mit der Hilfe der beiden machte sie erst schleichende, dann bald deutlichere Fortschritte, zusätzlich unterstützt durch Gelara, deren Fachgebiet das Wasser war, aber im Generellen die Elemente an sich.
Die Ereignisse, die die Stadt in diesen Tagen erschütterten, gingen auch an Alisea nicht spurlos vorbei. Den Wolfsangriff, der über Mitheldarien urplötzlich hereingebrochen war, überstand sie mit viel Mühe gerade noch unbeschadet, aber äußerst missgelaunt. Kurz darauf wurde sie Zeuge, wie der Aufwiegler Veron den Bürgern eine Hetzrede nach der anderen hielt und so die Gemüter gegen den Stadtrat, den König und alle peripher akzeptierten Rassen aufbrachte. Ohne Umschweife verließ Alisea den Platz, nachdem sie für einige Bemerkungen von den Menschen, die Veron lauschten, böse Blicke geerntet hatte, um Gelara schnellstmöglich Bescheid zu geben. Diese mischte sich aber auch nicht ein, wie sie Alisea später erzählte, sondern versicherte sich lediglich des Namens des Rebellierenden.
Eine eher private Turbulenz war die nachzuholende Aussprache mit Wendigo, zu der sie Malcom mehr oder minder freundlich 'ermutigt' hatte. Ihre Mutter drängte sie jedoch auch dazu, nicht noch mehr unbeantwortete Fragen im Raum stehen zu lassen. Aus Respekt und Sicherheitsgründen überließ Alisea ihren Sohn ohne Widerrede ihrer Mutter, als sie Wendigo endlich traf und auf ihn zuging. Seine Reaktion war wie zu erwarten heftig, und ihre ebenso – unter Berücksichtigung ihrer subjektiven Sicht der Dinge nicht weiter verwunderlich. Das Dilemma endete mit einem krönenden Höhepunkt, als Daray zu den beiden Streitenden stieß und mißverständlicherweise von Wendigo für den Vater des Kindes und neuen Geliebten Aliseas gehalten wurde.
In all diesen Unruhen wird Alisea von Gelara und ihrem eigenen Sohn aufrecht gehalten. Zwischen feurigen Übungen und amourösen Verwirrspielen kehrt auch Danades in ihr Leben zurück – nur um gleich darauf ohne von seinem Sohn zu erfahren wieder daraus zu verschwinden.
Wie lang nur?