Ruka

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23.02.08, 09:30:42

Ruka

Die jungendliche Ruka lebt im Haus ihrer Eltern, die sie sehr liebt. Da sie, schon solange sie denken kann, nahe am Meer
leben, ist es auch nicht verwunderlich, dass sie durch das allzeit hörbare Rauschen der Brandung an der nahen Klippe
fasziniert ist. Eines Tages als sie wie so oft am Rande der Klippe sitzt und dem Untergehen der Sonne harrt, bricht ein
ausgehungerter Vampir in das Haus ihrer Eltern ein und fällt diese an. Schnell erfasst ihn ein Blutrausch in welchem er
gedankenverloren einen Kerzenständer umstößt, der umgehend einige Vorhänge und ein nahestehendes Bücherregal in Brand setzt.
Wärend der Vampir nun seinem Blutrausch folgend und des Feuers ungegenwärtig die Eltern Rukas bis zu deren Tod aussaugt,
bemerkt die Elfe an der Klippe den ungewohnten Brandgeruch, richtet sich auf und wird - sich umdrehend - der umflammten
Silhouette ihres Heims gewahr. Vollkommen von Sinnen rennt sie auf das Haus zu und sieht einen Schatten der aus einem
Fenster eines weniger betroffenen Raumes springen.
Der Vampir hatte, nachdem er sein Durst gestillt war, mit viel Mühe einen Weg nach draußen gefunden und liegt nun vom
Feuer sehr geschwächt vor dem Haus, als Ruka dieses nach ihren Eltern schreiend erreicht. Zunächst denkt sie, ihren Vater
in dem angesengten Wesen zu erkennen und kniet sich weinend zu ihm. Schluchzend hebt sie ihn in ihren Arm, doch da spürt
sie auch schon den Biß. Es ist zu spät! Der Vampir hat sich ihres Blutes ermächtigt!
Aber zu ihrer Verwunderung und entgegen ihres unüberlegten, innigen Wunsches ihren Eltern in den Tod zu folgen, läßt dieser
von ihr ab, als er genug Blut zur Regeneration aufgenommen hat. Ruka bricht körperlich und nervlich erschöpft nun in den Armen
des Vampirs zusammen. Als sich dieser sein Opfer näher betrachtet, welches nun schwach, wehrlos und dem Tode näher als der
Verzweiflung an ihm lehnt, wähnt er sich einer lange verlorenen Geliebten nahe, die Ruka ähnelt. Da erinnert er sich an
Vergangenheit, zögert kurz in Gedanken an diese und seine soeben vollbrachte Tat und beschließt, seinem Leben eine neue
Richtung zu geben. Demütig und von Reue geplagt öffnet er seine Schlagader am Handgelenk, führt es an den Mund der schwach
winselnden Elfe und läßt das Blut in ihren Mund tropfen. Nur ihr Instinkt zu schlucken, bevor sie ertrinke, bringt Ruka dazu,
sich dem Willen des Vampirs zu beugen. Dennoch fällt sie kurz darauf in Ohnmacht.
Das nächste was ihr bewußt wird, ist eine Decke aus schwarzem Samt. Sich langsam und nur vorsichtig umblickend stellt sie fest,
dass sie in einem fremden Raum ist und da in einem mit eben diesem Samt bespannten Himmelbett liegt, welches mit schwarz-seidener
Seide bezogen ist. Dann bemerkt sie neben ihr sitzend den Vampir, der nun würdevoll und ehrfürchtig auf sie hinabblickt und ihr
mit warmer Stimmer erklärt was passiert ist und wie er sie in sein Haus getragen hat, um ihr Sühne für sein Verbrechen an
ihrer Familie zu leisten. Seinen Worten lauschend bemerkt sie, dass si diese nicht einzuordnen weiß. Sie kann sich weder an
ihre Eltern noch an das Geschehene erinnern. Als der Vampir merkt, dass es keine Reaktion ihrerseits gibt, hält er inne und fragt
sie schließlich, wie sie heiße, doch als sie zur Antwort anhebt, befällt sie eine Unsicherheit die ihr Tränen abfordert. Auch ihr
Name ist ihr nicht mehr bekannt. Dem Vampir ist schnell klar, dass sie wegen des starken Blutverlustes scheinbar einen totalen
Gedächtnisverlust erlitten hat, was ihn zum einen wenig verwundert, aber andererseits auch erleichtert. Solange sie nicht wisse,
was er ihr angetan hatte oder was ihr das bedeuten sollte, wäre er vor ihrer Wut sicher. Dies würde ihm auch die Zeit geben, sie sich
gefügig oder zumindest seelisch von ihm abhängig zu machen. Und so geschah es eine ganze Zeit lang, dass die beiden Zusammen lebten
und er Ruka alles beibrachte, was sie in ihrem neuen Lebenswandel wissen musste. Wärend einer Kampfübungen begab es sich, daß sie an
den Ort ihres ersten Treffens kamen - die Sonne ging gerade unter und beleuchtete die verkohlten Reste des Hauses. Und in dem Moment,
da Ruka dem Sonnenuntergang entgegenblickend des Rauschens der Brandung gewahr wird, blitzen sekundenschnell all ihre erinnerungen
durch ihren Kopf. Ebensoschnell fühlt sich der Griff des Schwertes in ihrer Hand plötzlich viel angenehmer an. Die Waffe verliert ihr
scheinbar Gewicht und ihren Meister übertreffend schlägt sie diesem sein Haupt von den Schultern.
Zwar ist ihre so plötzlich aufgeflammte Rache befriedigt, aber genauso weiß sie nun, daß ihr ein schweres Leben bevorsteht, da ihr
Meister ihr schon seit dem ersten Tag ihres Vampirdaseins die Wichtigkeit der Regeln zum Überleben ihrer Art eingebläut. Und so weiß
sie, dass - sollte jemals ein anderer Vampir ihre Tat erfahren - sie des Todes ist. Geistesgegenwärtig verbrennt sie die Überreste
ihres Meisters und verstreut dessen Asche in einem stummen Gebet von 'ihrer' Klippe hinab mit der aufgehenden Sonne im Rücken und
verläßt voll Trauer ihre Heimat. Nach einigen Wochen des Wanderns und Versteckens kommt sie nach Mitheldarien, wo sie Zuflucht vor
ihrem Gewissen sucht.


Nun lebt sie in Mitheldarien, versteckt unter ihren Freunden und versucht ein normales Leben mit ihren Freunden zu leben. Ohne Kasuma und Mia wäre sie schon längst nicht mehr das, was sie ist. Aber ihr macht es sehr zu schaffen, dass sie sich so verstecken muss. Dennoch weiß sie keinen anderen Weg, um nicht entdeckt zu werden,dass ihr Geheimnis rauskommt und sie getötet wird...
 
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