ne Geschichte
23.10.05, 21:58:44
schlumpfimaus
hi leuts!
ich hab mir gedacht ich stells halt mal rein. wer will kanns lesen. ich find zwar das es dringend neu überarbeitet gehört, hab allerdings zur zeit ned den nerv dazu. außerdem glaub ich nicht das ich so bald den nerv dazu aufbringen werd. also viel spaß! hoffe es gefällt euch auch nicht überarbeitet.
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Sven schaute sich verdutzt um. War da nicht gerade ein Geräusch gewesen? Er hätte schwören können etwas gehört zu haben, aber er musste sich irren, denn nirgends war etwas zu entdecken. Oder es war einfach nur ein alltägliches Geräusch in diesem alten Haus.
Schon wieder an seine Hausübung denkend drehte sich Sven zu seinem Schreibtisch. Mathematikhausübungen waren immer so schwer, dass sich Sven über jede Ablenkung freute. Deshalb hatte er das Geräusch überhaupt gehört und es nicht gleich als unwichtig abgetan und nicht beachtet.
Wie kann ein Mensch sich nur so schwere unnötige Beispiele ausdenken? Diese Frage ging Sven gerade durch den Kopf als hinter ihm etwas polternd zu Boden fiel.
Mit einem leisen Aufschrei wirbelte er herum. „Was ist denn bei dir los Sven?“ hörte er seine Mutter aus der Küche rufen. Das wüsste ich auch gerne dachte sich Sven, sah sich um und rief seiner Mutter ein „Nichts“ zu. Am Boden lag sein Wecker, Verwirrt starrte Sven ihn an. Warum war der bloß hinunter gefallen? Er hatte doch gar nicht am Rand gestanden.
Sven bückte sich, nahm den Wecker und stellte ihn wieder auf sein Nachtkästchen. Dabei fiel sein Blick auf Susi. Susi war Svens kleines Stoffnilpferd. Er liebte sie, denn sie hatte ihm nach seinem schweren Unfall geholfen.
Es war gleich der Tag nach dem Unfall als Svens Mutter mit Susi ins Krankenhaus kam. Sven war damals zwölf Jahre alt gewesen und der Meinung Stofftiere seien nur für Mädchen. Damals nahm er Susi nur um seiner Mutter einen Gefallen zu tun und die ersten Tage beachtete er das kleine Nilpferd gar nicht. Mit der Zeit schaute Sven allerdings immer öfters zu dem Stofftier, bis er es einmal vor sich aufs Bett setzte und mit ihr zu reden begann. Natürlich antwortete Susi nicht, doch das hinderte Sven nicht daran ihr alles zu erzählen, was ihm in den Sinn kam.
Sven redete täglich mit Susi, aber immer nur wenn er allein war, denn schließlich waren Stofftiere nur was für Mädchen.
Das war nun schon sechs Jahre her und Sven redete nicht mehr oft mit dem Stofftier. Eigentlich sogar sehr selten. In Gedanken entschuldigte sich Sven bei dem kleinen Nilpferd wegen der Vernachlässigung und ging wieder zu seinem Schreibtisch, denn schließlich hatte er noch Hausaufgaben zu machen.
Wie jeden Freitag kam Sven erst spät nach Hause. Alles schlief schon und er schlich sich, um ja niemand zu wecken, ins Bad. Langsam öffnete er die Tür, drehte das Licht an und betrachtete sich im Spiegel. Der feucht fröhliche Abend hatte seine Spuren hinterlassen. Seine ausdruckstarken braunen Augen waren glasig vom Alkohol und sein schwarzes sonst seidiges Haar war verschwitzt und strubbelig wie ein Klobesen.
Mit einem letzten Blick in den Spiegel schnappte sich Sven seine Zahnbürste und erledigte seine Abendtoilette. Nun wieder sauber und einigermaßen anschaubar begab er sich in sein Zimmer. Als er die Tür öffnen wollte hörte er etwas in seinem Zimmer zu Boden poltern.
Schnell öffnete er die Tür und entdeckte auch gleich die Ursache des Geräusches. Am Boden lag das Foto von seiner letzten Klassenfahrt. Verwundert, warum das Bild abgestürzt war, blickte er sich im Zimmer um. Da entdeckte er einen huschenden Schatten der gerade unter der Bettdecke verschwand.
„War das nicht eine Maus?“ nuschelte Sven vor sich hin als er zum Bett hinüber ging. Er wollte gerade zur Decke greifen um sie anzuheben, als sich die Erhöhung, welche die Maus verursachte, zu wachsen anfing. Zuerst ging dies nur langsam vor sich, doch dann wuchs sie immer schneller und es wackelte darunter als wäre da nicht nur eine Maus, sondern eine ganze Mäusefamilie mit über hundert Verwandten unter der Decke. Mit einem erschrockenem Keuchen prallte Sven zurück und starrte gebannt auf das noch immer zitternde und wachsende Etwas unter der Decke.
Plötzlich machte es kaum hörbar „Plopp“ und das zittern und wachsen hörte auf. Doch damit war es noch nicht vorbei. Das Ding unter der Decke begann leise zu fluchen und sich aus der Decke vor zu arbeiten.
Zuerst konnte Sven nur einen bunten Wuschelkopf entdecken. Rote, blonde und braune Haare standen wirr in der Gegend herum. Dann kam ein recht hübsches Gesicht hinterher. Doch die Schönheit bemerkte Sven nicht wirklich, da er noch immer fassungslos vor sich hin starrte.
„Hallo!“ begrüßte das Mädchen Sven. Doch der konnte noch immer nicht antworten und starrte weiter nur das Mädchen an.
„Könntest du bitte aufhören mich anzuglotzen und mir statt dessen etwas zum Anziehen geben?“, fragte die Unbekannte Sven leicht spitz und fuhr fort „oder hast du etwa noch nie ein Mädchen in deinem Bett gesehen?“ Damit grinste sie breit und zwinkerte Sven zu.
Dieser begann bereits seine Fassung wieder zu erlangen und ging langsam zu seinem Kleiderschrank ohne das Mädchen aus den Augen zu lassen. So geschah es auch prompt, das er gegen den Kasten knallte anstatt ihn zu öffnen. Diese Missgeschick blieb natürlich nicht unbemerkt und wurde von dem Mädchen mit einem fröhlichen Lachen kommentiert. Sven rieb sich seine angestoßene Schulter und öffnete den Schrank.
„Nein du bist nicht das erste Mädchen in meinem Bett, aber die erste von der ich nicht wusste dass sie da ist“, kam endlich Svens verspätete Antwort. Überhaupt nicht mehr verwirrt, dafür umso überzeugter doch mehr Alkohol getrunken zu haben als er dachte fuhr er fort: „Außerdem bist du die Erste die Vorher eine Maus war.“
Das Mädchen sah Sven etwas verlegen an und griff nach dem T-Shirt und der Jogginghose die ihr Sven reichte und zog sie schnell an. Da Sven um einiges größer und kräftiger als sie war, waren ihr die Kleidungsstücke um einige Nummern zu groß.
Das T-Shirt war für sie ein zu großes Kleid und der Hosenbund wurde dreimal und die Hosenbeine vier mal umgekrempelt, damit die Hose nicht am Boden streifte.
„Jetzt würde ich gerne Wissen wer du bist und was du in meinem Zimmer machst“, meinte Sven nachdem sie fertig war mit anziehen. „Ich bin Maus und stehe in viel zu großen Kleidern vor dir. Wer bist du?“ gab sie flott als Antwort und schaute Sven erwartungsvoll an.
„Äh, ich bin Sven“, war sein Kommentar. „Aber ich meine wie kommst du in mein Zimmer? Warum bist du hier und warum mitten in der Nacht?“ sprudelten die Fragen aus Sven heraus. Während er auf die Antworten wartete nahm er sich erstmals die Zeit um Maus genauer zu mustern.
Sie war eine zierliche Gestalt mit einem bezauberndem Lächeln. Ihre dunkelbraunen fast schwarzen Augen sahen ihn abschätzend an und wurden von ihren fröhlichen Sommersprossen unterstrichen. Ihr bunter Haarschopf stand zwar im Moment wirr herum, doch mussten sie durchfrisiert wunderschön aussehen.
Maus lies Sven genug Zeit sie zu mustern und begutachtete ihn ihrerseits ein wenig. Eigentlich sieht er gar nicht so schlecht aus, dachte sie sich.
„Deine Fragen beantworte ich dir ein andermal. Ich muss jetzt los, sonst bekomm ich mächtigen Ärger mit meinem Meister. Wir sehen uns wieder, tschüs.“ Mit diesen Worten klatschte Maus einmal in die Hände und war verschwunden.
Sven schaute verwirrt auf sein wieder leeres Bett, schüttelte seinen Kopf über diesen seltsamen Alkoholtraum, legte sich hin und schlief sofort ein.
lg schlumpfi
09.11.05, 23:31:23
schlumpfimaus
obs wer liest oder nicht, es geht weiter. irgendwie mag ich die stelle. *gg*
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Wie jeden Samstag stand Sven erst spät auf. Er war noch nicht einmal ganz munter als er feststellte gar keinen Kater zu haben. Dann kam der seltsame Traum eben von etwas Anderem, meinte er und setzte sich im Bett auf.
Um sicher zu gehen, dass nicht doch irgendwo diese seltsame Maus im Zimmer war, sah Sven sich um. Alles sah aus wie immer.
Neben dem Bett stand sein Schreibtisch auf dem sein Computer stand und noch Berge von Schulsachen, ein paar Fotos und sonst noch jede Menge unnötige Dinge herum lagen. Sein Wecker stand wie immer auf dem Nachtkästchen neben Susi und sah auch nicht so aus als würde er bald abstürzen. An der Wand gegenüber des Schreibtisches stand das Regal mit seinen Büchern und daneben der Kleiderschrank auf den Sven zutrollte um sich etwas zum anziehen zu holen.
Er wollte gerade sein Lieblingsshirt herausnehmen, doch es war nicht da.
In diesem seltsamen Traum habe ich es ja dieser Maus gegeben, aber wahrscheinlich ist es noch in der Wäsche. Mit diesem Gedanken griff sich Sven ein anderes T-Shirt, Shorts und eine kurze Hose aus dem Kasten und schlurfte ins Bad. Eine kühle Dusche war das beste Mittel für einen Morgenmuffel um munter zu werden.
Bei der Badezimmertür wurde Sven von seiner Mutter abgepasst. „Was war denn heut Nacht in deinem Zimmer los? Erst dieses Gepolter und dann redest du noch so laut. Normalerweise bist du rücksichtsvoller wenn du so spät nach Hause kommst. Hast du etwa zu viel getrunken?“ Um ihren Redeschwall zu unterbrechen meinte Sven „Nein, ich habe nicht so viel getrunken. Ich bin an einem Bild angestoßen das daraufhin hinunter gefallen ist und weil ich mich darüber geärgert hatte, habe ich kurz vor mich hingeflucht. Ich geh jetzt duschen, lasst du mich bitte durch?“ Somit verschwand Sven im Bad, sperrt zu und verschwand unter die Dusche.
Das Wasser war herrlich erfrischend und weckte seine Lebensgeister. So blieb er ziemlich lange unter dem Strahl stehen und lies sich das Wasser auf den Rücken prasseln. Währendessen dachte er wieder über seinen Traum nach. Wenn seine Mutter das alles gehört hatte könnte ja sein, dass es doch kein Traum gewesen war. Aber eigentlich wollte er nicht länger darüber nachdenken, sondern seine Dusche genießen.
Als Sven endlich das Wasser abdrehte und aus der Dusche trat wäre er fast mehr geflogen als gestiegen. Verdattert stand er da und starrte die zierliche Gestalt vor ihm an. Es war Maus. Wie war sie herein gekommen? Es war doch abgesperrt!
Maus trug ein silbergraues kurzes Kleid, ihre Haare viel ihr gewellt auf die Schultern und ihre Augen schienen irgendwie betont zu sein obwohl Sven nicht erkennen konnte dass sie geschminkt war. Kurz gesagt sah sie einfach umwerfend aus. Zumindest im ersten Augenblick, dann fiel Sven ein dass er ja komplett nackt vor ihr stand. Hastig schnappte er sich ein Handtuch und hielt es vor seine Männlichkeit die sich gerade zu regen begann.
Mit einem immer breiter werdendem Grinsen hielt Maus dem vor Verlegenheit rot angelaufenem Sven seine Kleider hin. „Ich wollte dir nur deine Sachen zurück bringen, die ich mir gestern ausgeborgt hatte, aber wie ich sehe bist du ja beschäftigt. Soll ich ein andermal wieder kommen?“ fragte Maus und fing noch breiter und unverschämter zu Grinsen an, falls dies überhaupt noch möglich war.
„Ähm .. nein .. äh ... bleib da ... ich ..äh .. muss mich nur schell anziehen. Kannst du so lange .. äh .. in meinem Zimmer warten?“ stammelte Sven vor sich hin. „Kann ich gern machen. Bei dir gibt’s ja eh nicht so viel zu sehen!“ meinte Maus verschmitzt und verschwand aus dem Badezimmer.
lg bluthund
12.11.05, 17:46:38
schlumpfimaus
Als Maus in Svens Zimmer kam, stand plötzlich ein kleiner Wicht vor ihr. Er hatte blaue Haare, große Augen, eine kleine Stupsnase, viel zu große Füße und war stolze fünfzig Zentimeter groß. „Peppi, was machst du denn hier?“ fragte Maus überrascht und warf einen nervösen Blick aus der Tür hinaus, bevor sie diese schloss. Zum Glück hatte niemand mitbekommen wer sich da in Svens Zimmer aufhielt. Maus konnte ja noch erklären wer sie war, sie müsste nicht einmal sehr lügen, das wäre kein Problem, denn schließlich war sie ein Mensch. Aber wie sollte sie erklären was ein Wicht mit blauen Haaren und viel zu großen Füßen hier tat?
„Das selbe kann ich dich auch fragen meine liebe Maus. Mich hat der Meister geschickt um dir auszurichten, dass du in einer Stunde in sein Labor kommen sollst, dein Unterricht ist heute früher. ....Aja und das ich es nicht vergesse, du sollst nicht mit einem misslungenen Teleport dort erscheinen, sondern zu Fuß. Der alte Knacker hat Angst um seine Utensilien“, lies eine grollende Stimme verlautbaren, die von dem kleinen Wicht kam.
„Ist gut Peppi, ich werde pünktlich da sein. Und jetzt verschwinde, dass dich keiner sieht“, gab ihm Maus als Antwort und warf wieder einen nervösen Blick zur Tür.
„Nein, das werde ich nicht tun. Zuerst will ich wissen was du hier machst“, sagte Peppi herausfordernd und stützte seine kleinen Hände in die Hüften. Dabei schaute er so böse er nur konnte, woraufhin Maus lächeln musste, denn Peppi konnte einfach nicht böse dreinblicken.
„Ich gebe etwas zurück das ich mir ausgeborgt hatte. Und jetzt hau ab, denn er kommt und darf dich nicht sehen.“ Maus tupfte Peppi noch auf die Nase und dann verschwand der Wicht so plötzlich wie er aufgetaucht war.
Zwei Sekunden später wurde die Tür geöffnet und Sven trat herein. Da Maus allerdings noch immer hinter der Tür stand, bekam sie die Türschnalle in den Rücken geknallt, verlor dadurch das Gleichgewicht und viel der Länge nach auf den Boden. Schnell sprang ihr Sven zu Hilfe, wobei er versuchte den Rekord von am meisten vorgebrachten Entschuldigungen in einer Minute zu brechen.
Mit einem letzten „Es tut mir leid“ von Sven stand Maus endlich wieder auf ihren Füßen. Zum Glück war ihre Flugbahn frei gewesen, sodass sie sich nur ihre Nase am Boden angestoßen hatte. Diese rieb sich Maus als sie Sven einen bösen Blick zuwarf und meinte: „Begrüßt man so bei euch die Gäste? Dann komm ich sicher nicht mehr zu Besuch. Das ist ja lebensgefährlich!“
„Nein, nein so begrüße ich normal nicht meine Gäste. Ich wollte nur schnell ins Zimmer und du bist direkt hinter der Tür gestanden und ich konnte dich nicht sehen und ... Es tut mir leid!“ sprudelte es wieder aus Sven hervor. Dann ergriff er Maus’ Hand, führte sie zum Bett und setzte sie darauf. Nachdem er sich versichert hatte dass sie gut saß, schnappte er sich seinen Schreibtischsessel, stellte ihn genau vor Maus und lies sich darauf nieder.
Maus lies dies alles mit sich geschehen, wartete geduldig bis Sven sich gesetzt hatte und zog dann ein Bündel hinter ihrem Rücken hervor. Wo sie das auf einmal hernahm fragte Sven sich gar nicht, obwohl sie keine Tasche bei sich hatte. Doch Sven war nur besorgt ob es Maus auch wirklich gut ging.
„Hier hast du deine Sachen wieder. Danke dass ich sie mir ausborgen durfte“, bedankte sich Maus bei Sven und reichte ihm das Bündel. „Dann werde ich jetzt wohl besser wieder gehen“, meinte darauf Maus und wollte in die Hände klatschen um zu verschwinden. Sven war jedoch schneller, ergriff ihre Hand und meinte: „ Halt! Stopp! Warte! Du kannst doch nicht einfach wieder verschwinden!“
„Ach, kann ich nicht? Und warum nicht wenn ich fragen darf?“ fragte Maus, senkte ihre Arme und sah Sven erwartungsvoll an. Der wusste jedoch nicht sofort eine Antwort und begann zu stottern: „Äh .. tja .... ähm .. weil, weil ... weil du versprochen hast zu erklären was das heute Nacht war und warum du bei mir warst.“
Total glücklich das ihm das wieder eingefallen war, strahlte er Maus an und wartete fiebrig auf die Antwort, denn das wollte er nun wirklich wissen. Andererseits war es ihm auch wieder egal, wenn nur Maus nicht einfach verschwand und er keine Ahnung hatte ob er sie wieder sah. Denn das wollte er unbedingt, sie wieder sehen.
„Stimmt das habe ich. Doch das ist eine lange Geschichte und ich habe jetzt keine Zeit dazu, denn ich muss zum Unterricht. Der Meister ist immer sehr schlecht gelaunt wenn ich zu spät komme“, sagte Maus. Als sie jedoch Svens enttäuschtes Gesicht sah fuhr sie fort: „Ich kann dir aber versprechen, dass ich wieder komme und dir dann alles in Ruhe erzähle, natürlich nur, wenn du das willst.“
„Ja natürlich will ich das! Ich kann es kaum erwarten“, meinte Sven daraufhin freudestrahlend.
Mit einem Lächeln auf den Lippen klatschte Maus in die Hände und war verschwunden. Sven schaute noch kurz an die Stelle wo Maus eben noch gesessen hatte, stand auf und brachte die dreckige Wäsche ins Bad.
Am meisten überrascht war Sven, dass er sich über das plötzliche auftauchen und verschwinden nicht wirklich wunderte. Er nahm einfach hin, dass es so war, denn das gehörte zu Maus dazu, wie ihre bunten Haare und braunen Augen. Es war ihm einfach egal wie, Hauptsache sie kam ihn besuchen. So seltsam es war, er mochte Maus einfach seit er sie das erste Mal gesehen hatte.
12.11.05, 17:47:22
schlumpfimaus
„Du bist spät“, meinte der Meister nur, als Maus durch die Tür gestürmt kam. Sie war verschwitzt und keuchte schwer, als ob sie den ganzen Weg gerannt wäre, was wahrscheinlich sogar der Fall war.
„Dafür bin ich nicht mit einem Teleport erschienen, wie ihr es gewünscht hattet“, keuchte Maus die noch immer schwer nach Atem rang. Wie immer hatte sie total die Zeit vergessen und war viel zu spät von ihrem Zimmer weggegangen. Da sie in einem riesigen Schloss lebte und das Labor des Meisters natürlich am anderen Ende dieses Gemäuers war, musste Maus laufen um nicht zu spät zu kommen. Sie war trotzdem nicht pünktlich gewesen und somit würde sie vom Meister wieder einmal eine Strafaufgabe bekommen.
Der alte Mann stand noch immer so da, wie Maus ihn erblickt hatte, als sie ins Zimmer gestürzt war. Er hatte noch nicht einmal aufgesehen und das beunruhigte Maus, denn normalerweise blickte er sie immer vorwurfsvoll an wenn sie zu spät kam. Heute konnte man seine Missbilligung in keiner Geste feststellen.
Während Maus dastand und geduldig wartete, dass der Meister das Wort ergriff, musterte sie den alten Mann. Er sah so aus wie immer. Sein kurz geschnittenes Haar und sein penibel ausrasierter Bart waren schon mehr weiß als braun. Wie immer trug er seinen ehemals schwarzen Umhang, der vom vielen Waschen jedoch schon grau geworden war und mindestens genauso alt war wie der Meister selbst. Wie alt der Meister nun wirklich war, wusste Maus nicht und sie traute sich niemals zu fragen. Er musste allerdings schon sehr alt sein, denn Maus’ Mutter hatte einmal erzählt, dass der Meister schon alt war, als sie noch ein Kind gewesen war.
Noch immer auf seine Arbeit vor sich blickend wandte sich der Meister wieder an Maus. „Während wir darauf warten, dass dieser Versuch gelingt, wiederholen wir die Grundregeln des Zauberns. Ich hoffe du hast sie gelernt und kannst sie diesmal besser als das letzte Mal.“ Mit einem Seufzer auf den Lippen begann Maus anhand von kleineren Zaubern dem Meister die Grundregeln des Zauberns zu demonstrieren und erklären.
Am Ende der Unterrichtsstunde wollte Maus schnell in ihr Zimmer um sich zu waschen und umzuziehen. Eines ihrer Experimente war missglückt und sie hatte überall gelben Schleim auf sich und ihren Kleidern. Danach wollte sie gleich zu Sven. Für einen normalen Menschen fand sie ihn sehr sympathisch.
Maus war schon fast zur Tür hinaus als sie der Meister noch einmal zurück rief. Nichts Gutes ahnend drehte sich Maus noch einmal um und ging auf den alten Mann zu.
„Ich habe einen Auftrag für dich der sehr wichtig ist. Du sollst nach Averis Suma reisen um meiner Schwester eine Nachricht zu überbringen, die ich dir kurz vor deiner Abreise geben werde. Du solltest dich gut vorbereiten, denn mit einem Teleport wirst du Averis Suma nicht erreichen. Dorthin gelangst du nur auf herkömmlicher Weise. Beeil dich mit den Vorbereitungen, ich will dass du morgen bei Sonnenaufgang aufbrichst. Wenn du abreisefertig bist komm zu mir und ich werde dir die Nachricht geben“, erklärte ihr der Meister und wandte sich wieder seinen Experimenten zu.
Total verwirrt, vom Meister einen so wichtigen Auftrag bekommen zu haben, machte sich Maus auf den Weg zu ihrem Zimmer.
Ich dachte immer ich wäre die unzuverlässigste, tollpatschigste und untalentierteste Schülerin die der Meister je hatte, also warum bekomme ich dann einen so wichtigen Auftrag? Bin ich vielleicht doch nicht so schlecht wie der Meister immer sagt?
Maus betrat ihr Zimmer, zog sich aus und schleuderte ihre Kleider in eine Ecke. Dann stellte sie sich unter die Dusche und genoss das Gefühl wieder sauber zu sein. Dies war ihr übliches Ritual nach dem Alchemieunterricht, denn irgendein Versuch ging immer schief und endete in einer Katastrophe. Der Meister hatte für diese Missgeschicke schon einen eigenen Zauber entwickelt der ihn davor schützte. Es war so eine Art magisches Schutzschild der alles abblockte und auf Maus zurück warf. Als Maus einmal fragte warum es nicht ausreichte, wenn einfach alles abprallen würde, anstatt es extra auf sie umzuleiten, meinte der Meister nur, dass derjenige, der dafür verantwortlich ist, auch alles abbekommen sollte.
Nach der Dusche machte sich Maus sofort an die Vorbereitungen für die Reise. Sie hatte viel zu erledigen und nur wenig Zeit. Bei diesem ganzen Stress vergaß sie auf Sven und dass sie eigentlich kurz bei ihm vorbeischauen wollte um ihm zu sagen, dass sie länger unterwegs sein würde und ihn deshalb nicht besuchen kommen könnte.
12.11.05, 17:48:21
schlumpfimaus
„Sven, Telefon für dich!“, rief Svens jüngerer Bruder durch die geschlossene Zimmertür. Sven schrak aus seinen Gedanken hoch und sah sich im ersten Augenblick verwirrt um. Dann besann er sich des Telefonanrufs und ging ins Wohnzimmer.
Marc, Svens bester Freund, war am Telefon. „Hi Sven! Na wie geht’s dir? Was machen wir heut? Schließlich ist Samstag und da ist Party angesagt!“, sprudelte es aus Marc hervor nachdem Sven sich gemeldet hatte.
„Ach ich weiß nicht so recht“, antwortete Sven weniger begeistert.
„Was ist denn los mit dir Junge? Bist du krank oder was? Ne, ne heute gibt’s kein krank sein. Die Mädels von gestern Abend haben sich bei mir gemeldet und wollen heute mit uns weg gehen. Also halb zehn vorm Andagio“, lautete Marcs Antwort.
„Wie ihr befehlt oh Meister des Vergnügens“, konnte Sven nur noch antworten. Daniela und Judith, die Mädels von gestern Abend, waren es wert um Maus zu versetzten. Vor allem da Sven ja nicht wusste wann sie wieder auftauchen würde.
„Wir sehen uns also um halb zehn. Und wann treffen wir uns mit den Mädels?“, fragte Sven nun in Partystimmung. „Die kommen um zehn zur kleinen Bar. Also bis dann mein Freund.“, verabschiedete sich Marc und legte auf. Sven legte den Hörer nun auch weg und sah auf die Uhr. Es war bereits acht Uhr, das hieß er hatte nur noch anderthalb Stunden um etwas zu Essen, sich fertig zu machen und zum Andagio zu kommen. Er musste sich beeilen.
Zehn Minuten vor neun Uhr war Sven mit Essen und anziehen fertig. Somit hatte er noch acht Minuten zum Zähne putzen und Haare stylen. Ein schwieriges Unterfangen, aber es blieb ihm nichts Anderes übrig, wenn er pünktlich sein wollte.
Eine Minute vor halb zehn trudelte Sven vor dem Andagio ein. Marc war, wie immer, schon vor ihm da.
„Ich bin schon sehr enttäuscht von dir, dass du mich einfach vergisst“, sagte eine vorwurfsvolle Stimme hinter Maus. Erschrocken fuhr Maus herum und starrte den kleinen Erpel vor sich an.
„Jetzt glotz mich nicht so an. Du hast auf mich vergessen. Ich musste mir selbst etwas zu fressen besorgen. Ist gar nicht so einfach, wenn man Flügel statt Hände hat“, empörte sich der Erpel weiter.
„Richard, es tut mir soooo unendlich leid. Aber statt deiner Hände hast du ja ein großes Plappermaul. Damit hast du sicher jemanden überzeugen können etwas für dich zu besorgen“, antwortete Maus ihrem kleinen Freund.
„Peppi hat sich erbarmt und mir Fressen besorgt“, gab Richard beleidigt zurück.
„Gott sei Danke haben wir unseren lieben Peppi. Es tut mir wirklich leid, aber ich musste mich vorbereiten. Wir zwei brechen morgen zu einer langen Reise auf“, versuchte Maus Richard zu begeistern.
„Ach ja? Und wohin soll diese Reise gehen?“ fragte der geschwätzige Erpel nun neugierig geworden.
„Zu der Schwester des Meisters eine Nachricht überbringen. Huch da fällt mir ein, ich habe ja noch jemanden vergessen“, sprach Maus und war verschwunden.
Irgendwie waren die beiden Mädels am Vortag hübscher gewesen, zumindest empfand Sven es so. Der Abend war bis jetzt recht nett gewesen, aber irgendetwas fehlte ihm. Daniela, Judith, Marc und Sven waren gerade damit beschäftigt den Alkohol, den sie schon intus hatten, beim Tanzen auszuschwitzen, als sie beobachtet wurden. Eine unscheinbare Gestalt stand am Rande der Tanzfläche und sah zu wie Daniela gerade Sven antanzte. Das gefiel dieser Gestalt gar nicht und so schmiedete sie einen Plan.
Sven tanzte gerade allein, als er plötzlich von Marc angestoßen wurde und ihm dieser über die Laute Musik hinweg zurief:“ Ich kann nur sagen, WOW!!! Sie dir mal den süßen Hüpfer da drüben an. Die würde ich nicht von der Bettkante stoßen, im Gegenteil, ich würde sie ins Bett zerren.“
Sven schaute in die angegebene Richtung und entdeckte sofort wen Marc gemeint hatte. Sie tanzte, mit dem Rücken zu ihm, auf einem Podest. Sven verstand sofort was Marc gemeint hatte, bei diesem Anblick würde jeder Mann in der Disco schwach werden. Sie hatte einen schwarzen kurzen Rock und dazu ein passendes schwarzes, hautenges Top, das mehr zeigte als verdeckte, an und bewegte sich zu der Musik geschmeidig wie eine Katze. Ihre Haare wirbelten im Rhythmus der Musik durch die Luft und schienen, durch die Scheinwerfer, in allen Farben zu leuchten. Dann drehte sie sich um und sah Sven direkt an. Dieser blieb plötzlich wie versteinert stehen und starrte das Mädchen, das von vorne noch umwerfender aussah, an. Es war Maus.
Sie lächelte Sven an und ging auf ihn zu. „Kann ich dich mal kurz sprechen?“ fragte Maus den noch immer verdattert dreinblickenden Sven und ging Richtung Ausgang, wo es ruhiger war.
Sven folgte ihr wie eine Puppe. Im gehen fing er noch einen Blick von Marc auf, der es anscheinend nicht fassen konnte was gerade geschehen war. Dieses tolle Mädchen hatte doch tatsächlich Sven angesprochen.
Marc war perplex.
Beim Ausgang blieb Maus stehen, drehte sich zu Sven und sagte ihm gleich: „Wie ich sehe amüsierst du dich ja prächtig. Ich will dich auch nicht lange stören. Ich wollte dich nur informieren, dass ich für längere Zeit verreisen werde und wir uns deshalb nicht sehen können. Ich schätze in einem Monat bin ich wieder zurück. So und jetzt geh weiter feiern, ich muss zurück.“ Mit diesen Worten drehte sie sich um, trat in eine dunkle Ecke und alles was von ihr zurück blieb war der Nachhall des Klatschens, der kaum zu hören war.
Sven starrte in die Ecke und blieb noch eine Weile so stehen, denn er musste erst verdauen, was er gerade erlebt hatte.
Maus war zufrieden, ihr Plan hatte funktioniert und Sven würde sie nicht so schnell vergessen.