Bildung in Deutschland und ihre Folgen

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05.04.06, 20:14:11

Tsukasa

Ein hoch auf die deutsche Bildungspolitik, dieser haben wir es zu verdanken, dass öffentliche Universitäten ganz nach dem tollen amerikanischen Vorbild mit einem Stiftungsrat "ausgestattet" wird. Das heisst im Klartext, dass der bis zuletzt noch einzigen demokratischen Vereinigung, der Studierndenschaften der Universität, Hände und Füße gebunden werden und der Mund geknebelt. War es bis jetzt noch so, dass jeder wichtige Prozess durch mindestens ein Gremium beschlossen werden musste, dass wenigstens einige studentische Mitglieder trug, so wird sies Gremiensystem nun gänzlich durch einen Stiftungsrat der aus Vertretern der Wirtschaft gebildet wird ersetzt.
Dagegen versuchen wir uns zu wehren, unter anderem mit folgender Plakataktion:


Ich danke an dieser Stelle unseren Kultusministern und speziell unserem Rektor Prof. Kokenge, unserem verstorbenen Universitätskanzler und denjenigen die das Rechtsgutachten über die Umstrukturierung gemacht haben, dass sie deratige Ideen schon seit Jahren geplant haben bevor sie davon etwas bekannt gaben. Dies fand auf einem ganz besonders netten Weg statt, denn selbst die Dekane der einzelnen Fakultäten (oberster Hochschulpolitischer Rang in einer Fakultät) haben dies erst durch einen Zeitungsartikel in der Samstagsausgabe der Sächsischen Zeitung erfahren, genauso wie alle anderen außer den oben genannten 3 Personen und den Gutachtern. Dies ist zwar mittlerweile 14 Monate her, was zeigt, dass wir bisher mit Verzögerungstaktik noch recht erfolgreich waren, aber langsam scheint es keinen - besonders niemanden der jüngeren Studierenden - zu interessieren.

Klar ist dies ein Weg der dazu führt, dass Bildung noch kommerzieller ist, als dies derzeit schon durch die Ermöglichung der Studiengebühren der Fall ist. Darum möchte ich hier mal allen die selber studieren ans Herz legen und sich bei ihren Fachschaftsvertretern über ähnliche Entwicklungen zu informieren. Nicht dass ihr ähnlich überrumpelt werdet wie wir damals. Als Anlage habe ich einmal einige der frühen Reaktionen unseres Studentenrates angehängt für die Leute die es interessiert.
Dateianhang:

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Dateianhang:

 Pressemitteilung 291105.pdf (36.26 KByte | 5 mal heruntergeladen | 181.29 KByte Traffic)

06.04.06, 21:17:48

Gondrabur

geändert von: Gondrabur - 12.04.06, 23:42:53

Soo.....ich hab mich mal belesen und ich bin geschockt.
Dieses Vorhaben können die doch nicht einfach so umsetzen. Das wäre so ziemlich das Ende all jener Sachen um die die Studentschaft lange gekämpft hat.

Was die Sache mit der Inforamtions- bzw Interresenarmut der jüngeren Studenten betrifft, nun du hast schon recht...man informiert sich zu wenig...und hättest du es mir nicht gesagt wüsste ich wahrscheinlich immernoch nichts davon. Aber diese Sache ist doch recht Augen öffnend....auch wenn die Fachschaft gute Arbeit macht man kann sich nicht immer darauf verlassen das einem alles in den Arsch geschoben wird.
06.04.06, 23:52:21

Tsukasa

Diese Da-wird-sich-schon-wer-drum-kümmern-Einstellung ist derzeit viel zu sehr in Mode kommen. Die Deutschen haben in der Hinsicht ein Problem - es gibt kein "die Deutschen" sondern nur noch ein "Ich selbst" und das kann man auch besonders auf die Studierendenschaften zurückführen. Eine Zusammenarbeit von Gesellschaftsgruppen wie Frankreich - wenn auch nicht unbedingt so blutig - ist in Deutschland undenkbar. Hier denkt sich jeder "das wird schon ein anderer machen" und zieht sich dabei in sein Kämmerlein zurück.
 
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